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Ensemble · 2026

The Ceremony of Almost Saying

für Stimme und Perkussionsobjekte, Klarinette in B, Euphonium, Ebru-Instrument, Live-Elektronik und Videoprojektion

Dauer20'
BesetzungStimme, Perkussionsobjekte, Klarinette in B, Euphonium, Ebru-Instrument, Elektronik, Video
Uraufführung8. Juni 2026
InterpretenHermes Ensemble + Eda Er (FR)
Partitur auf Anfrage →

The Ceremony of Almost Saying ist ein Ritual, gebaut auf einen Satz, den der Körper nicht freigibt — eine einzige gefährliche, kostbare Sache, zu der jedes Fragment des Stücks hingezogen wird. Die Komponistin kennt den Satz; das Publikum hört ihn nie. Es ist kein Geständnis. Es ist eine Methode des Überlebens.

Acht Zeremonien und ein kurzes tonales Zwischenspiel — Before the Word · The Mouth Remembers · The Reed and the Word · The One Clear Saying · The Brass Remains · The Surface Speaks · False Grammar · The Ceremony · The Missing Word — verteilen diese Arbeit auf eine strenge Hierarchie der Kräfte. Die Stimme ist der Körper, der den Satz nicht sagen kann. Das Euphonium ist das fehlende Wort, das sie trägt: Es begleitet die Stimme nicht, es ist das, was sie nicht sagen kann, und mit jedem Einsatz rückt der ungesagte Satz näher. Die Klarinette ist ein vorläufiger, scheiternder Artikulator, der Atem zu Konsonanten formen will und versagt. Das Ebru-Instrument — eine Marmorierwanne, von Kontaktmikrofonen und einer Kamera von oben gelesen — ist der ständige Zeuge, der jeden Versuch als instabile Spur aufzeichnet und die Form erzeugt: Ein Tropfen lässt einen neuen Klang zu, eine Ausdehnung macht aus dem Vokal eine Tonhöhe, ein Zug beginnt den Rhythmus, ein Riss verzerrt jede Rede, die klar wird. Objekte sind nur Interpunktion; Elektronik ist nur Erinnerung und Löschung.

Das ganze Stück ist in reiner Stimmung auf die Obertonreihe eines B mit 58 Hz gestimmt, gefühlt als Körper, nicht als Tonart. Durch die ersten sechs Zeremonien erklingen nur vier Partialtöne — B, F, D, As — bis zum Riss: ein gesungener Schrei auf A, dann ein F-Viertelkreuz, der einzige Ton außerhalb des Feldes, absichtlich, nie korrigiert, während das Euphonium sein Pedal-B überbläst. Das Ohr sechzehn Minuten lang in einem Spektrum halten, dann einmal brechen. Der letzte Satz wird über den Abend in Stücken gepflanzt — was ich… · ich konnte nicht… · sagen… · war— — und bis zum Schluss zurückgehalten, wenn sie vor dem Wort innehält und das Euphonium es als Klang trägt.

Das Stück gehört zu Fluid Narratives und wurde am 8. Juni 2026 am Conservatoire de Strasbourg vom Hermes Ensemble uraufgeführt, die Komponistin an Stimme, Objekten und Wanne.

The Ceremony of Almost Saying
Uraufführung — CRR Straßburg, 8. Juni 2026 (Stück ab 7:41)
8. Juni 2026HEAR, Strasbourg, FRThe Ceremony of Almost Saying — Für Stimme, Klarinette, Euphonium, Ebru-Instrument und Elektronik (Fluid Narratives). Uraufführung durch Hermes Ensemble + Eda Er. Außerdem: Uraufführung von Repulsion/Attraction für Stimme, Saxophon und Elektronik, komponiert mit Tristan Michelin. Infos zur Veranstaltung →
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