für Streichquartett
Blah Blah Blah ist ein zehnminütiges Streichquartett aus meinem ersten Jahr in Berkeley, im Februar 2022 vom Eco Ensemble uraufgeführt. Der Titel ist das, was von Sprache übrig bleibt, wenn man aufhört zuzuhören — und genau davon handelt das Stück: vom Moment, in dem eine Stimme zu Geräusch wird.
Die vier Spieler werden wie vier Sprecher an einem Tisch behandelt, die einander längst nicht mehr hören. Jeder hat ein kleines Repertoire verbaler Gesten — eine steigende Frage in Flageoletts, eine flache Feststellung auf leeren Saiten, ein nervöses Tremolo der Zustimmung, ein langer gestrichener Seufzer — und jeder wiederholt sie mit kleinen Abweichungen, ob jemand antwortet oder nicht. Nach und nach wird das Material eingeebnet: Tonhöhe wird Bogengeräusch, Rhythmus ein plapperndes col legno, und das Quartett erzeugt am Ende eine einzige, recht schöne Textur aus reinem Reden, in der gar nichts gesagt wird.
Es steckt ein Witz darin, aber der Witz hat einen kalten Kern. Das Stück entstand als Frau in Räumen, in denen viel gesprochen und sehr wenig gehört wurde, und ist allen gewidmet, die je zustimmend genickt haben.