Eda Er ist Komponistin, Medienkünstlerin und Vokalistin. Sie schreibt für Stimme, Instrumente und Live-Elektronik und baut Performance-Systeme, in denen physische Geste in Echtzeit zu Klang und Bild wird.
Über mich
Praxis
Statement
Eda Er komponiert Werke, in denen der Klang narratives Gewicht trägt — nicht als Begleitung einer Geschichte, sondern als die Struktur, durch die Zeit, Erinnerung und Präsenz geformt werden. Ihre Stücke verbinden erweiterte Vokaltechniken, Elektronik und visuelle Medien und stellen die Interpretin oft in ein System, das zuhört und antwortet: Die Grenze zwischen Instrument, Körper und Umgebung wird als porös und nicht als fest begriffen.
Ihre Praxis gründet in feministischen New-Media-Studien und postkolonialer Theorie. Augmentierte Instrumente werden zu Orten, an denen unterdrückte Traditionen — jene, die historisch aus der Konzertmusik ausgeschlossen waren — wieder in das zeitgenössische musikalische Denken eintreten können; die Fragen, wer komponieren, notieren und gehört werden durfte, prägen die Formen dieser Arbeit. Trauer, Diaspora und generationelles Schweigen wirken nicht als Themen der Musik, sondern als kompositorische Kräfte in ihr, und Technologie dient in ihrer Praxis als Instrument der Rückgewinnung, nicht der Auslöschung.
In ihrem gesamten Schaffen ist Erzählen nicht Repräsentation, sondern Architektur — eine aktive Kraft, die dem Klang seine Form gibt.
Forschung
Ihre aktuelle Forschung kreist um Fluid Narratives, ein Performance-System, das die traditionelle türkische Ebru-Kunst (Marmorierung) in ein klangliches und visuelles Instrument verwandelt. Mit Live-Video, Mehrkanalklang und Computer Vision übersetzt das System physische Geste in Echtzeit in Klang und Bild.
Das Projekt behandelt materielle Prozesse — Wasser, Pigment, Atem — als eigenständige kompositorische Rahmen und erweitert, was Notation tragen und was ein Instrument sein kann.
Sie hat außerdem einen Abschluss in Chemie — was sich als unerwartet nützlich erweist, wenn das eigene Instrument eine Wanne voll Wasser ist.
Fluid Narratives →Auszeichnungen
Eda Ers Arbeit wurde mit einer Reihe kompetitiver Auszeichnungen an der UC Berkeley und darüber hinaus gewürdigt. Sie ist Stipendiatin des George Ladd Prix de Paris 2025–26 — des Stipendiums, das jedes Jahr nur einer Graduierten-Komponistin für ein Jahr künstlerischer und wissenschaftlicher Forschung in Paris verliehen wird — und wurde für 2026–27 aus einem hochkompetitiven Bewerberfeld als Berkeley Connect Fellow ausgewählt.
Ihre Forschung und ihre Musik erhielten die Peter Lyman Graduate Fellowship in New Media (2025) des Berkeley Center for New Media, den Nicholas C. Christofilos, Jr. Memorial Prize in Music (2025), den Nicola de Lorenzo Prize in Music Composition — zweimal, 2024 und 2025 — sowie den Emerging Composition Completion Grant des ARTZenter Institute für Orchesterwerk (2023), neben Forschungs- und Dissertationsförderung durch das BCNM und die Graduate Division der UC Berkeley.
Kurz gefasst
Ihre Werke wurden international aufgeführt, unter anderem vom Antwerp Symphony Orchestra, dem Ensemble Multilatérale, den San Francisco Contemporary Music Players, dem Ensemble Crash, dem Ensemble Musikfabrik und dem Nordic Trombone Quartet.
Eda Er schließt derzeit ihre Promotion in Komposition mit dem Schwerpunkt New Media an der University of California, Berkeley (CNMAT / BCNM) ab, wo sie seit 2021 Musikproduktion, elektronische Komposition und Sounddesign unterrichtet. Sie ist als Komponistin und Performerin in Europa und den USA aktiv.
Sie tritt außerdem als ΞDΛ auf — einem experimentellen Dark-Pop-Projekt, das ihre kompositorische Praxis in elektronische audiovisuelle Performance überführt.
Lebt und arbeitet zwischen der San Francisco Bay Area (USA) und Straßburg (Frankreich).