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Über mich

Eda Er ist Komponistin, Medienkünstlerin und Vokalistin und arbeitet zwischen Komposition, Performance, Live-Elektronik, audiovisuellen Medien und dem Design responsiver Instrumente. Ihre Arbeit schafft Situationen, in denen Körper, Materialien und technologische Systeme einander zuhören und antworten. Stimme wird zu physischem Material; Geste wird zu Klang und Bild; Wasser, Pigment, Objekte und Oberflächen werden zu Instrumenten. Sie hat das türkische Marmorierbecken zu einem live gespielten augmentierten Instrument umgebaut und spielt es selbst.

Dieses Territorium nennt sie verkörperten Technofeminismus: eine künstlerische Praxis, die fragt, wie Körper und kulturell situiertes Wissen Technologie bewohnen können, ohne von ihr neutralisiert zu werden.

Eda Er komponiert Werke, in denen das Erzählen als Struktur und nicht als Darstellung wirkt. Der Klang begleitet keine Geschichte von außen; Erinnerung, Bruch, Geste, Wiederholung und Verwandlung bestimmen, wie sich das Werk selbst entfaltet. Ihre Performances stellen den Körper oft in ein responsives System: erweiterte Stimme, Live-Elektronik, Bewegung, visuelle Medien und materielle Prozesse werden voneinander abhängig, und die Grenze zwischen Interpretin, Instrument und Umgebung ist bewusst instabil.

Im Zentrum dieser Praxis steht eine Frage: Was könnte ein Instrument werden, wenn seine technologische Logik feministisch wäre?

Statt Technologie als neutrales Werkzeug zu behandeln, versteht Er den Instrumentenbau als kulturellen und politischen Akt. Wer darf komponieren? Was gilt als Notation? Welche Formen körperlichen und ererbten Wissens betreten den Konzertraum, und welche wurden daraus ausgeschlossen? Ihre Arbeit stützt sich auf feministische New-Media-Studien, postkoloniale Forschung und verkörperte Zugänge zur Technologie. Praktiken, die außerhalb der dominanten Geschichten westlicher Konzertmusik existierten, werden zu generativen Strukturen für neue Instrumente, Partituren und Formen der Autorschaft.

Trauer, Diaspora, kulturelles Gedächtnis und generationelles Schweigen kehren in der Arbeit wieder, nicht als Themen, sondern als kompositorische Kräfte. Technologie wird in dieser Praxis zum Instrument der Rückgewinnung, nicht der Auslöschung.

In ihrem gesamten Schaffen ist Erzählen nicht Repräsentation, sondern Architektur — eine aktive Kraft, die dem Klang seine Form gibt.

Ihre aktuelle Forschung entwickelt, was sie feministisches Instrumentendesign nennt: responsive Instrumente, die die Beziehungen zwischen Körper, Material, Technologie und Publikum neu ordnen.

Ihr Promotionsprojekt Fluid Narratives baut das türkische Marmorieren (Ebru) zu einem live gespielten augmentierten Instrument für Klang, Bild und Bewegung um: ein Wasserbecken, Pigmente, Kontaktmikrofone, Transducer und Computer Vision, durch die eine einzige Geste zugleich Klang und Bild erzeugt.

Statt Material in Daten zu übersetzen und das Material zurückzulassen, fragt die Arbeit, wie Technologie dem physischen Wissen verpflichtet bleiben kann, aus dem diese Daten stammen. Wasser widersteht. Pigment zerstreut sich. Atem verändert sich. Geste hinterlässt Spuren. Dort beginnt das Instrument.

Historisch ging Ebru vor allem über männliche Meister und männliche Meister-Schüler-Linien in die Überlieferung ein. Die heutige Praxis hat sich jedoch stark verschoben: Frauen bilden heute eine wesentliche, nach manchen Darstellungen dominierende Präsenz im Feld. Fluid Narratives setzt bei dieser Spannung an: zwischen denen, die eine kulturelle Form ausüben, denen, die als ihre Autorität sichtbar werden, und den Wissensformen, die in ihre Geschichte eingehen. Das feministische Archiv des Projekts, 2024 aufgezeichnete Interviews mit zehn Marmoriererinnen in Istanbul, hält diese Präsenz in ihren eigenen Worten fest, neben dem Instrument und seiner Notation aus sechzehn Gesten.

Fluid Narratives →

Eda Ers Arbeit wurde mit einer Reihe kompetitiver Auszeichnungen an der UC Berkeley und darüber hinaus gewürdigt. Sie ist Stipendiatin des George Ladd Prix de Paris 2025–26 — des Stipendiums, das jedes Jahr nur einer Graduierten-Komponistin für ein Jahr künstlerischer und wissenschaftlicher Forschung in Paris verliehen wird — und wurde für 2026–27 aus einem hochkompetitiven Bewerberfeld als Berkeley Connect Fellow ausgewählt.

Ihre Forschung und ihre Musik erhielten die Peter Lyman Graduate Fellowship in New Media (2025) des Berkeley Center for New Media, den Nicholas C. Christofilos, Jr. Memorial Prize in Music (2025), den Nicola de Lorenzo Prize in Music Composition — zweimal, 2024 und 2025 — sowie den Emerging Composition Completion Grant des ARTZenter Institute für Orchesterwerk (2023), neben Forschungs- und Dissertationsförderung durch das BCNM und die Graduate Division der UC Berkeley. Im Sommer 2025 war sie Stipendiatin der Universal Design for Learning (UDL) Working Group des GSI Teaching and Resource Center und gestaltete ihren Kurs New Media 90 nach UDL-Prinzipien neu.

Ihre Werke wurden international aufgeführt, unter anderem vom Antwerp Symphony Orchestra, dem Ensemble Multilatérale, den San Francisco Contemporary Music Players, dem Ensemble Musikfabrik und dem Nordic Trombone Quartet.

Eda Er schließt derzeit ihre Promotion in Komposition mit dem Schwerpunkt New Media an der University of California, Berkeley (CNMAT / BCNM) ab, wo sie seit 2022 Musikproduktion, elektronische Komposition und Sounddesign unterrichtet. Sie ist als Komponistin und Performerin in Europa und den USA aktiv.

Sie tritt außerdem als ΞDΛ auf — einem experimentellen Dark-Pop-Projekt, das ihre kompositorische Praxis in elektronische audiovisuelle Performance überführt.

Lebt und arbeitet zwischen der San Francisco Bay Area (USA) und Straßburg (Frankreich).