Eda Er ist Komponistin, Multimedia-Künstlerin und Vokalistin. Sie schreibt für Stimme, Instrumente und Live-Elektronik und baut Performance-Systeme, in denen physische Geste in Echtzeit zu Klang und Bild wird.
Komponistin·Multimedia-Künstlerin·Vokalistin
An der Schnittstelle von Stimme, Technologie und audiovisueller Performance
Ihre Arbeit begreift das Erzählen als kompositorisches System über Klang, Bild und Performance hinweg.
Projekt entdecken →„Eine Szenografie und die Dunkelheit des Raumes… eine Art Heiligtum, das ein düsteres Opfer vorwegnimmt… das Auge ebenso fesselnd wie das Ohr.“
— Michèle Tosi, ResMusica · Festival de Royaumont, 2023
Eda Er ist Komponistin, Multimedia-Künstlerin und Vokalistin. Sie schreibt für Stimme, Instrumente und Live-Elektronik und baut Performance-Systeme, in denen physische Geste in Echtzeit zu Klang und Bild wird.
Eda Er komponiert Werke, in denen der Klang narratives Gewicht trägt — nicht als Begleitung einer Geschichte, sondern als die Struktur, durch die Zeit, Erinnerung und Präsenz geformt werden. Ihre Stücke verbinden erweiterte Vokaltechniken, Elektronik und visuelle Medien und stellen die Interpretin oft in ein System, das zuhört und antwortet: Die Grenze zwischen Instrument, Körper und Umgebung wird als porös und nicht als fest begriffen.
Ihre Praxis gründet in feministischen New-Media-Studien und postkolonialer Theorie. Augmentierte Instrumente werden zu Orten, an denen unterdrückte Traditionen — jene, die historisch aus der Konzertmusik ausgeschlossen waren — wieder in das zeitgenössische musikalische Denken eintreten können; die Fragen, wer komponieren, notieren und gehört werden durfte, prägen die Formen dieser Arbeit. Trauer, Diaspora und generationelles Schweigen wirken nicht als Themen der Musik, sondern als kompositorische Kräfte in ihr, und Technologie dient in ihrer Praxis als Instrument der Rückgewinnung, nicht der Auslöschung.
Instructions for Not Disappearing (2025–26), ein Stück für Sopran solo, Ebru-Instrument, Live-Elektronik und Video, ist als alchemistischer Bogen in fünf Abschnitten von der Prima Materia zum Gold angelegt — die Verwandlung wird zu einer Weise, über Trauer, Rückgewinnung und die Politik der Stimme nachzudenken.
In ihrem gesamten Schaffen ist Erzählen nicht Repräsentation, sondern Architektur — eine aktive Kraft, die dem Klang seine Form gibt.
Ihre aktuelle Forschung kreist um Fluid Narratives, ein Performance-System, das die traditionelle türkische Ebru-Kunst (Marmorierung) in ein klangliches und visuelles Instrument verwandelt. Mit Live-Video, Mehrkanalklang und Computer Vision übersetzt das System physische Geste in Echtzeit in Klang und Bild.
Das Projekt behandelt materielle Prozesse — Wasser, Pigment, Atem — als eigenständige kompositorische Rahmen und erweitert, was Notation tragen und was ein Instrument sein kann.
Fluid Narratives →Eda Ers Arbeit wurde mit einer Reihe kompetitiver Auszeichnungen an der UC Berkeley und darüber hinaus gewürdigt. Sie ist Stipendiatin des George Ladd Prix de Paris 2025–26 — des Stipendiums, das jedes Jahr nur einer Graduierten-Komponistin für ein Jahr künstlerischer und wissenschaftlicher Forschung in Paris verliehen wird — und wurde für 2026–27 aus einem hochkompetitiven Bewerberfeld als Berkeley Connect Fellow ausgewählt.
Ihre Forschung und ihre Musik erhielten die Peter Lyman Fellowship in New Media (2025) des Berkeley Center for New Media, den Nicholas C. Christofilos, Jr. Memorial Prize in Music (2025), den Nicola de Lorenzo Composition Award — zweimal, 2024 und 2025 — sowie den ArtZenter Emerging Composition Award für Orchesterwerk (2023), neben Forschungs- und Dissertationsförderung durch das BCNM und die Graduate Division der UC Berkeley.
Ihre Werke wurden international aufgeführt, unter anderem vom Antwerp Symphony Orchestra, dem Ensemble Multilatérale, den San Francisco Contemporary Music Players, dem Ensemble Crash, dem Ensemble Musikfabrik und dem Nordic Trombone Quartet.
Eda Er schließt derzeit ihre Promotion in Komposition mit dem Schwerpunkt New Media an der University of California, Berkeley (CNMAT / BCNM) ab, wo sie seit 2021 Musikproduktion, elektronische Komposition und Sounddesign unterrichtet. Sie ist als Komponistin und Performerin in Europa und den USA aktiv.
Lebt und arbeitet zwischen der San Francisco Bay Area (USA) und Straßburg (Frankreich).
Chercheuse doctorale invitée, Université de Strasbourg.
Eda Ers Forschung liegt an der Schnittstelle von künstlerischer Praxis und kritischer Untersuchung und bewegt sich zwischen Komposition, Performance, feministischer Theorie und New-Media-Technologie. Ihre zentralen Fragen betreffen, wie verkörpertes Wissen — das Wissen in Geste, Atem, Material und kulturellem Gedächtnis — in und durch technologische Systeme übersetzt werden kann, ohne von ihnen geglättet oder neutralisiert zu werden. Trauer, Diaspora und generationelles Schweigen prägen die Formen dieser Arbeit; neue Medientechnologien dienen in ihrer Praxis als Instrumente der Rückgewinnung, nicht der Auslöschung.
Ihre Arbeit stützt sich auf feministische New-Media-Studien, postkoloniale Theorie und Technikphilosophie, um zu befragen, was es heißt, mit Systemen zu komponieren, die sich erinnern, zuhören und antworten. Besonders interessiert sie das Design augmentierter Instrumente als Orte feministischer Praxis — Werkzeuge, die nicht einfach verstärken, sondern die Beziehung zwischen Interpretin, Material und Publikum neu konfigurieren. Zentral ist dabei die Frage, wer historisch komponieren, notieren und gehört werden durfte und welche neuen Formen von Autorschaft möglich werden, wenn das Instrument selbst aus unterdrückten Traditionen gebaut ist.
Methodisch entwickelt sie kompositorische Systeme, die im materiellen Prozess gründen — Wasser, Pigment, Atem, Oberfläche — und übersetzt sie in Notationsrahmen, Live-Elektronik und räumliche Klangstrukturen. Erweiterte Vokaltechniken, Mehrkanal-Diffusion und Computer Vision in Echtzeit bilden das technische Substrat ihrer Praxis, stets im Dienst einer tieferen Untersuchung von Verkörperung, Bruch und kultureller Weitergabe.
Fluid Narratives ist Eda Ers künstlerisches Promotionsprojekt, das die traditionelle türkische Ebru-Kunst — die osmanische Wassermarmorierung, historisch von Frauen praktiziert — in ein augmentiertes Instrument für Live-Komposition und feministisches Erzählen verwandelt. Das Projekt entwickelt ein maßgeschneidertes Performance-System aus Kontaktmikrofonen, Computer Vision, Transducern und Mehrkanal-Diffusion, in dem der physische Akt des Marmorierens zur kompositorischen Geste in Echtzeit wird: Pigment, in Wasser getropft, zu Formen gekämmt, gleichzeitig in Klang und Bild übersetzt.
Das wichtigste abgeschlossene Werk dieser Forschung ist Instructions for Not Disappearing — ein Stück für Sopran solo, Ebru-Instrument, Live-Elektronik, Live-Video und Bewegung. Das Werk ist um einen alchemistischen Bogen in fünf Abschnitten von der Prima Materia zum Gold gebaut und nutzt die Verwandlungslogik der Alchemie als Metapher für die Prozesse von Trauer, Rückgewinnung und Überleben, die die feministischen und postkolonialen Anliegen des Projekts tragen.
Im Zentrum der Forschung steht die Entwicklung eines Ebru-Notationssystems — einer gestischen Partitursprache, die das physische Vokabular des Marmorierens (Tropfen, Kämmen, Ziehen, Wirbeln, Schleiern) auf musikalische Parameter abbildet und Ebru damit nicht nur als visuelle Kunst, sondern als kompositorisches Werkzeug mit eigener innerer Grammatik funktionieren lässt. Dieses System verbindet die intuitive, improvisatorische Qualität des traditionellen Ebru mit den strukturellen Anforderungen zeitgenössischer Komposition und Live-Performance.
Aufführen heißt verwandeln. Komponieren heißt zurückgewinnen. Erschaffen heißt überleben.
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▶Entre Deux Rivages (2021, Nyxphere) ist ein gemeinsames Album mit dem Jazzmusiker Simon Sieger, veröffentlicht unter dem Duonamen äbädä. Das Album bewegt sich zwischen zeitgenössischer Komposition, elektronischem Sounddesign und Improvisation — und zeichnet über seine acht Stücke Landschaften von Erinnerung und Übergang.
Unclassifiable Weather ist das zweite Album von äbädä mit dem Jazzmusiker Simon Sieger — sechs Improvisationen für Klavier, Stimme und verstärkte Objekte, gebaut aus einer nahen, körperbasierten Klangpalette, in der beide Ausführenden durchgängig hörbar bleiben.
Saison 2026–27 in Vorbereitung — weitere Termine werden in Kürze bekannt gegeben.
Material für Veranstalter:innen, Kurator:innen, Journalist:innen und Programmverantwortliche. Einseitige Pressemappe herunterladen →
Eda Er ist eine zeitgenössische Komponistin, Multimedia-Künstlerin und Vokalistin. Ihre Arbeit umfasst Live-Elektronik, audiovisuelle Performance und erweiterte Vokaltechniken und erkundet Verkörperung, feministisches Erzählen und die Beziehung zwischen Klang, Bild und physischer Geste. Sie ist Doktorandin an der University of California, Berkeley (CNMAT/BCNM) und Trägerin des Prix de Paris. Ihre Musik wurde international aufgeführt, unter anderem vom Antwerp Symphony Orchestra, den San Francisco Contemporary Music Players, dem Ensemble Musikfabrik, dem Ensemble Multilatérale, dem Ensemble Crash und dem Nordic Trombone Quartet.
Eda Er ist eine zeitgenössische Komponistin, Multimedia-Künstlerin und Vokalistin, deren Arbeit an der Schnittstelle von Live-Elektronik, audiovisueller Performance und feministischem Erzählen liegt. Ihre Praxis entwickelt Werke, in denen Klang als narrativer Akteur wirkt — er formt die Erfahrung von Zeit, Raum und Identität in immersiven und interdisziplinären Formen. Ihre Kompositionen verbinden erweiterte Vokaltechniken, elektronischen Klang und visuelle Medien und stellen die Interpretin oft in Systeme, die die Grenzen zwischen Instrument, Körper und Umgebung verwischen.
Im Zentrum ihrer aktuellen Arbeit steht Fluid Narratives, ein interdisziplinäres Forschungsprojekt, das die traditionelle türkische Ebru-Kunst (Marmorierung) in ein performatives Instrument für Live-Komposition verwandelt. Mit Live-Video, Mehrkanalklang und algorithmischen Prozessen übersetzt das System physische Geste in Echtzeit in klangliche und visuelle Strukturen — und schlägt alternative Modelle vor, in denen materielle Prozesse und verkörperte Handlungen als kompositorische Rahmen fungieren.
Ihre Arbeit stützt sich auf feministische New-Media-Studien, postkoloniale Theorie und Technikphilosophie, um zu befragen, was es heißt, mit Systemen zu komponieren, die sich erinnern, zuhören und antworten. Besonders interessiert sie das Design augmentierter Instrumente als Orte feministischer Praxis — Werkzeuge, die die Beziehung zwischen Interpretin, Material und Publikum neu konfigurieren.
Eda Er schließt derzeit ihre Promotion in Komposition mit dem Schwerpunkt New Media an der University of California, Berkeley (CNMAT / BCNM) ab. Sie ist Trägerin des Prix de Paris und Chercheuse doctorale invitée an der Université de Strasbourg. Ihre Werke wurden international aufgeführt, unter anderem vom Antwerp Symphony Orchestra, dem Ensemble Multilatérale, den San Francisco Contemporary Music Players, dem Ensemble Crash, dem Ensemble Musikfabrik und dem Nordic Trombone Quartet. Jüngste Uraufführungen 2026: Echopraxia (GMEM, Marseille), The Ceremony of Almost Saying (HEAR, Strasbourg), I Kept the Voice You Left Behind (Berlin · Istanbul, Nicholas Isherwood) und Instructions for Not Disappearing (CCRMA Stanford · ZKM Karlsruhe).
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