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Kammermusik · 2025

La Confluence

für Sopran, Flöte, Pipa, Violine, Kontrabass, Klavier (Innenklavier) und interaktives Video

Dauer8'
BesetzungSopran, Flöte, Pipa, Violine, Kontrabass, Klavier, interaktives Video
Uraufführung23. Juni 2026
InterpretenAbeceda Festival, Bled (SI)
Partitur auf Anfrage →

La Confluence entspringt dem Bild von Flüssen, die auf das Meer treffen — eine Metapher für Körper in Bewegung, verschobene Geschichten und Identitäten, die durch Durchgang und nicht durch Ankunft geformt werden. Das Werk denkt Migration nicht als lineare Reise von einem Ort zum anderen, sondern als fortwährenden Zustand des Werdens, in dem Grenzen verschwimmen und Zugehörigkeit instabil bleibt.

Es hat vier Sätze — Gathering Currents · La Confluence · Avalanche · What Remains — für Sopran, Flöte, Pipa, Violine, Kontrabass, einen Pianisten, der mit E-Bow und Superball-Schlägel im Innern des Instruments arbeitet, und eine Live-Videoebene. Aus Atem, Geräusch, Resonanz und fragilen Klanggesten schöpfend, stellt das Stück den Körper als Ort von Erinnerung und Widerstand ins Zentrum. Die Stimme — zwischen Text, Flüstern und rohem Klang, immer wieder zurückkehrend zur Zeile when the river meets the sea — trägt die Spuren derer, die überqueren, entkommen und sich unterwegs neu formen. Klang verhält sich wie fließende Materie, mal schwebend, mal Kraft sammelnd; Präzision und Freiheit bestehen nebeneinander, und es gibt keinen Click — die Spieler geben einander Einsätze über die Oberfläche des Bildes.

Das Video existiert neben dem Ensemble als paralleler Zeuge, nicht als Illustration: tintenblaue Strömung und knochenweißer Partikelfluss, zwei Flüsse, die auf einen goldenen Punkt zulaufen und sich dann in Rückstände zerstreuen. Gemeinsam bauen Klang und Bild einen feministischen Ritualraum — der dem Spektakel widersteht und Verletzlichkeit, Beharren und kollektives Hören in den Vordergrund stellt. In La Confluence wird Vertreibung nicht allein als Verlust gefasst, sondern als Bedingung, die neue Formen von Beziehung hervorbringt. Was sich hier sammelt, ist keine vereinte Stimme, sondern eine Vielheit — überlagert, instabil und beharrlich gegenwärtig. 2025 in Paris und Straßburg geschrieben, wurde das Stück am 23. Juni 2026 beim Abeceda-Festival in Bled uraufgeführt.

23. Juni 2026 — 14:30 UhrBled Festival Hall, Hall A — Bled, SlowenienUraufführung von La Confluence — Für Sopran, Flöte, Violine, Kontrabass, Klavier, Dirigent und interaktives Video. Im Rahmen des Abeceda Festivals. Infos zur Veranstaltung →
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