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Ensemble · 2020

The Sound Traveller

für Sopran, Flöte, Klarinette, Schlagzeug, Klavier, Violine, Viola, Violoncello und Kontrabass

Dauer10'
BesetzungFl., Kl. in B, Schl., Klav., Sopr., Vl., Va., Vc., Kb.
Widmungmeinem lieben Freund Simon Sieger
Uraufführung7. März 2020
InterpretenHermes Ensemble (BE)
LeitungPeter Merckx
Partitur auf Anfrage →

The Sound Traveller beginnt fast in Stille — ein langer gehaltener Atem, der zwischen Flöte, Klarinette und gestrichenen Saiten wandert, kaum über einem Flüstern. Aus dieser ersten Ruhe bricht das Stück auf — nicht zu einem Ziel, sondern zum Klang selbst.

Komponiert für das Hermes Ensemble und im März 2020 in AMUZ, Antwerpen, uraufgeführt, stellt sich das Werk das Ensemble als eine Art Gefäß vor, das Klang über Schwellen trägt: zwischen Luft und Tonhöhe, zwischen Erinnerung und Gegenwart, zwischen Stimme und Instrument. Die Sopranistin tritt als Stimme der Reisenden auf und zerlegt eine einzige Zeile in Silben — He · is · he · re · in · the · world —, verstreut wie Staub auf einem Luftstrom. Um sie herum verhalten sich die Instrumente wie Landschaft und Wetter. Bögen wechseln von col legno zu ordinario; Multiphonics steigen auf und lösen sich auf; eine Münze kratzt über eine Klaviersaite; ein Besen streicht ein Becken; ein einzelnes Essstäbchen klopft auf einen Notenständer. Gegen Ende soll jede Spielerin, jeder Spieler ein Wiegenlied aus der eigenen Kindheit pfeifen — etwas Privates und Unwiederbringliches in die gemeinsame Luft des Saals bringen.

„Ich bin in dieser Welt, damit Klang reist.“ Der Satz stammt von einem Freund — dem Multiinstrumentalisten Simon Sieger, dem das Stück gewidmet ist — und der Titel ist zugleich Beschreibung und Gelübde. The Sound Traveller fragt, was es heißt, ein Ort zu sein, durch den Klang hindurchgehen kann — ein Körper, ein Raum, ein Ensemble, ein Hörer. Das Stück bewegt sich, wie Atem sich bewegt: sammeln, loslassen, wieder sammeln. Nichts kommt an. Alles geht vorüber.