für Oboe, Klavier, Elektronik und Video
What Some Called Virtue, Some Called Sin wurde von Vertixe Sonora in Auftrag gegeben und vom Ensemble am 25. Juni 2021 in Galicien uraufgeführt. Das Stück dauert neun Minuten und ist für Oboe, Klavier, Zuspielung und Video geschrieben.
Der Titel kommt von der Art, wie dieselbe Handlung — eine Frau, die spricht, eine Frau, die geht, eine Frau, die will — verschieden benannt wird, je nachdem, wer benennt. Die Oboe ist die Handlung; Klavier und Elektronik sind die beiden Benennungen. Die Oboe spielt eine einzige lange, gewundene Linie — modal, verziert, nah an den Melodien, mit denen ich in Istanbul aufgewachsen bin — und das Klavier umgibt sie mit zwei entgegengesetzten Harmonien: einem warmen, choralartigen Hof, der sie Tugend nennt, und einem harten, perkussiven Clusterfeld, das sie Sünde nennt. Die Elektronik nimmt den Klang der Oboe selbst und dehnt ihn zu einem Chor von Richtern. Das Video, ein langsames, bearbeitetes Bild eines Gesichts, das sich nie ganz klärt, weigert sich, Partei zu ergreifen.
Die Linie ändert sich nicht. Nur die Wörter um sie herum.