für Stimme und Elektronik — quadrophon
La Rémanence — die Stimme, die bleibt, nachdem sie gegangen ist — ist ein sechsminütiges Werk für Stimme und Elektronik in vier Passagen, 2026 in Paris für quadrophone Wiedergabe geschrieben.
Alles Material ist gespielte Stimme. Keine andere Klangquelle. Alles, was man hört — bis zum tiefsten Sub-Grollen und den hellsten tonhohen Splittern — ist dieselbe Kehle, die zurückkehrt, transponiert, gedehnt, zerstreut und dann wieder als sie selbst zugelassen. Die vier Passagen führen vom Atem in die Zerstreuung, von der Zerstreuung in den Cluster und vom Cluster in die Auflösung. Die unbearbeitete Stimme kommt nur als Refrain: zuerst als einzelne trockene Phrase in I, wieder in der Mitte von III — wo ein Quartencluster (a3 · d4 · fis4 · a4 · cis5 · e5) einmal eintrifft und nie wiederkehrt — und ein letztes Mal als einsame Phrase, die in IV diagonal durch den Raum geht. Vier Lautsprecher stehen an den Ecken eines Quadrats, die Hörenden in der Mitte; die Partitur zeigt über jedem System eine karminrote Zeitleiste, die Stimmlinie, die Energie in jeder der vier Ecken und die aktive Bearbeitung.
Die Stimme ist, was bleibt. Alles andere ist ihre Remanenz.
▶