für Schlagzeug und Klavier
L’Atlas des Cendres — der Atlas der Asche — ist ein sechs- bis siebenminütiges Duo für Schlagzeug und Klavier, in Paris für die Solisten des Ensemble Multilatérale in Yann Robins Kompositionsatelier am Conservatoire de Saint-Maur geschrieben und dem Ensemble gewidmet.
Ein Atlas ist ein Buch der Orte; Asche ist, was bleibt, wenn ein Ort verbrannt ist. Das Stück kartiert ein Gebiet, das nicht mehr existiert. Es stellt körperliche Intensität, gehaltene Spannung und Klarheit der Geste über oberflächliche Präzision: Die komplexe rhythmische Notation steht für Energie, Dichte und Fluss statt für exakte mechanische Deckung, und die Spieler sollen sich der physischen und klanglichen Extremität des Materials ganz überlassen, ohne Neutralität oder Vorsicht. In den dichten, motorischen Passagen führt der Schlagzeuger, und die Pianistin hält die geschriebene Textur relativ zu ihm; vertikale Deckung ist nur an den markierten Anschlägen und Ankünften genau. Die Pianistin arbeitet weitgehend im Innern des Instruments und auf präparierter Klaviatur, der Schlagzeuger zwischen Fellen, Metallen und Reibung, sodass beide eine einzige graue, körnige Palette teilen, aus der kurze melodische Splitter auftauchen und wieder bedeckt werden. Die Form ist ein langsames Umblättern: jeder Abschnitt eine Region, jede Region schon halb gelöscht.
Die Uraufführung fand am 18. Februar 2026 am Conservatoire de Saint-Maur-des-Fossés mit Lise Baudouin (Klavier) und Hélène Colombotti (Schlagzeug) statt.