für Ney, Violoncello und Klavier
Der vollständige Titel ist ein niederländisches Sprichwort — Het leven is net een krentenbol, met af en toe een hard stukje: Das Leben ist wie ein Rosinenbrötchen, mit hin und wieder einem harten Stück. Ich lernte es in Amsterdam und schrieb dieses fünfminütige Trio für Ney, Violoncello und Klavier 2018 für die türkischen Musiker Ayça Arın und Barış Aygün. Es ist den Verlorenen gewidmet, die herauszufinden versuchen, warum sie immer im eigenen Teufelskreis stecken.
Die Ney — die Rohrflöte der Sufis — soll über weite Strecken des Stücks Luft durch das Instrument blasen, ohne irgendeinen Ton zu erzeugen, und sich dann in ein breites, wogendes Vibrato öffnen; der Cellist spielt Möwen-Glissandi und wechselt zwischen ponticello, tasto und ordinario; der Pianist arbeitet mit Fingern und Nägeln auf den Saiten, in Glissandi und Clustern, bevor er zu den Tasten zurückkehrt. Alle drei atmen außerdem — unregelmäßiges, schnelles, hörbares, unkoordiniertes Ein- und Ausatmen —, sodass das Ensemble wie ein einziges ängstliches Tier klingt. Die Form ist ein Kreis: Derselbe kurze Zyklus von Gesten kommt immer wieder, jedes Mal mit einem harten Stück an anderer Stelle.
Ein Stück über Wiederholung als Falle, geschrieben mit viel Zuneigung für die Gefangenen.